Ich möchte euch darauf vorbereiten, das ab Mai nichts mehr so sein wird wie es bei unserem Hobby bisher war. Am letzten Freitag wurde die Neufassung der Niedersächsischen Wald- und Landschaftsordnungsgesetz (NWaldLG) verabschiedet. Dieses wird ab 1.5.2012 gültig. Leider ergeben sich aus diesen Gesetz massive Einschränkungen unseres Hobbys. Das Land Niedersachsen ist den Vorreitern Hessen, Schleswig-Holstein sowie Baden-Würtenberg gefolgt und hat das NWaldLG in weiten Bereichen verschärft (vermutlich auf Anraten diverser Lobbyisten hin).

Was bedeutet das für uns konkret? Folgende Punkte wurden geändert:
§ 14 Betreten des Waldes
(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ist nur auf Straßen und Wegen gestattet. Das Verlassen der Wege in der Nacht ist zum Schutz des Wildes nur berechtigten Personen gestattet. Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr.
Damit hat sich das Thema Nachtcachen in Wäldern wohl fast erledigt
der nächste Punkt betrifft das Klettern auf Bäume:
§ 34
Verbote zum Schutz vor Schäden
Es ist in der freien Landschaft verboten, unbefugt
1. Bäume, Hecken, Wallhecken, Sträucher, Pflanzen und Früchte ohne vernünftigen Grund zu beschädigen,2. Nutzhölzer aus anderen Gründen wie Baumpflegearbeiten mit entsprechendem Sachkundenachweis zu begehen
Damit ist das Thema T5 auf Bäumen auch gegessen
Zusammenfassend kann man sagen, das dieses Gesetz jetzt noch mehr auf die Bedürfnisse der Jäger und Forstpächter zugeschnitten wurde.
Durch die mangelnde Lobby der Geocacher ( nachdem sich jetzt die DWJ auch zurückgezogen hat) wurde das Gesetz leider ohne großen Wiederstand durchgewunken.
Wir werden nicht umhinkommen eine Organisation aufzubauen, die als Sprachrohr der Geocacher die Interessen gegenüber anderen Institutionen vertreten kann und auch wahrgenommen wird. Ob das nun ein Verein, eine IG sein muss , lasse ich mal dahingestellt. Aber der Druck eine solche Organisation zu gründen wird immer grösser, damit wir unser Hobby auch weiterhin ausüben können.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
das war unser Beitrag zum 1. April. Danke für die zahlreichen interessanten Rückmeldungen.
Kleine Korrektur: Die DWJ zieht sich nicht zurück, Opencaching wird (wieder) “flügge”. Das ist ein Unterschied.
Und grad in Sachen Natur, Naturschutz, Dialoge initiieren mit anderen Nutzer- und Interessengruppen (Jagd, Forst, Naturschützer) werden wir uns weiterhin einsetzen. Gern übrigens zusammen mit anderen Listingplattformbetreibern, sollte da der Wunsch zum ziehen am gemeinsamen Strang existieren. Wir würden das gern wollen.
Und:
Solange verantwortungsvoll handelnde Personen (eben mit Zivilcourage) von Ownern (öffentlich z.B. auf Stammtischen) angegangen werden, wenn sie Owner auf Probleme ansprechen, NM, “Cache melden” oder SBA loggen, solange werden immer weitere Einschnitte auf die breite Masse der an sich sehr umsichtig handelnden Geocacher zukommen. So einfach ist das.
Übrigens: Schon jetzt bestehen in Waldgesetzen div. Bundesländer Vorschriften, die das “Zurücklassen von Gegenständen im Wald” verbieten. Es liegt an den Behörden, wie das eigentlich für Müll vorgesehene Gesetz auch auf Geocaching angewandt wird. Und das wiederum liegt am Verhalten der Geocacher selbst…
Denkt doch mal darüber nach..
Viele Grüße
Jörg
Deutsche Wanderjugend (DWJ)
Erste Vermutung: Klassischer Aprilscherz. Die gingen mir gestern ziemlich auf den Senkel, irgendwie kam es mir mehr vor als die letzten Jahre. Man konnte nirgendwo mehr Nachrichten lesen, ohne von Blödsinn überschwemmt zu werden. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass es in deutschen Gesetzestexten “vernünftige” Gründe gibt (die Juristen werden sich freuen über Vernunft zu diskutieren) und “andere Gründe ALS Baumpflegearbeiten” (wenn die Gesetzesschreiber das schon nicht mehr hinkriegen, dann ist das ja alles noch viel schlimmer wieals gedacht).
Zweite Vermutung: Ich fänds gar nicht so schrecklich. Bei den wenigen Nachtdosen, die ich im meinem Leben gemacht habe, dachte ich mir fast immer “tolle Gegend, ich würd nur gern auch was davon sehen – was hätte man da einen schönen Tagmulti draus machen können”.
Bei vielen alten und großen Bäumen an denen ich vorbeikomme denke ich mir immer “was ein Glück, dass da noch keiner auf die Idee kam, einen Petling in die oberste Astgabel zu hängen – die Borke sieht richtig schön und unversehrt aus”.
Nur so meine 2cent. Sollte wirklich was dran sein: Es gäb erheblich schlimmere Nachrichten.
chrysophylax.
Erst mal danke für diesen…bin schön auf den Leim gegangen und hab leider meine Ausrüstung verscherbelt…
Mal zu den T5ern, ganz ehrlich, wenn ich einen richtig alten Baum sehe und ich will da unbedingt mit einem Cache drauf aufmerksam machen, dann baue ich da ne normale Dose hin und keinen T5er, es sei denn im Nachbarbaum ergibt sich was. Was das Klettern selber angeht, ist natürlich dafür zu sorgen, dass die Borke unversehrt bleibt, was bei richtigen Einsatz der Ausrüstung auch kein Problem ist, bei t4ern oder im Vorstieg wirds belastender. Meistens sind die richtigen Baumriesen, die es noch gibt, ohnehin unter Schutz gestellt und das ist Tabu!!
Fazit: Bei rücksichtsvollem Umgang mit dem Wald sollte es auch keine Problem geben…
Grüße, Terrandi